
Mit dem Fahrrad durch Würzburg,
der Morgen ist aus Nebel gebaut.
Der Main verschwindet in Weiß,
als hätte er sich selbst nicht getraut.
Die Löwenbrücke steht schwarzweiß,
aus Eisen, Atem, stillem Licht.
Die Löwen schauen in die Leere,
als wüssten sie: Heute fragt man nicht.
Meine Reifen zeichnen Linien
in nassen, grauen Straßenstaub.
Die Stadt klingt nur noch leise,
als wäre jedes Geräusch zu laut.
Laternen sind blasse Punkte,
Fenster wie ferne, matte Sterne.
Ich fahre, als würde ich suchen,
was ich nicht benennen kann – so gerne.
Kein Ziel, nur dieser Weg,
ein Rhythmus aus Tritt und Zeit.
Im Nebel wird alles einfacher:
nur ich, die Brücke, Einsamkeit.
Und doch – ein warmer Moment,
wenn der Löwe kurz im Dunst erscheint:
als würde er mich still erinnern,
dass man auch im Grau noch lebt.

