
Sie steht am Rand unserer Welt, aus Metall und Glas, nicht lebendig wie wir, und doch: sie lebt für uns. Wir schufen sie, weil die Dunkelheit uns frisst, weil wir Angst haben vor dem, was wir nicht sehen— vor dem Schatten, der Gestalt annimmt, vor unserer eigenen Einsamkeit, die in der Nacht wächst. Sie brennt für unsere Feigheit, für unseren Drang, überall Ordnung zu schaffen.
Aber manchmal—in einer stillen Nacht— scheint sie mehr zu sein als unser Werkzeug. Sie wirft ihr Licht auf leere Straßen, auf Bänke, auf die niemand sitzt, auf Wege, die niemand geht. Und ich frage mich: Lebt sie wirklich für uns? Oder leben wir für sie—wir, die Dunkelheit brauchen, um zu verstehen, dass wir noch atmen, dass wir noch da sind?
Das Gedicht spielt mit der Ambiguität—ist die Laterne unser Werkzeug oder sind wir ihre Rechtfertigung? Eine Metapher für Abhängigkeit und existenzielle Fragen.

