Wahnsinnig blau
Traubenhyazinth,wahnsinnig blau und so klein,strebt lang in das Licht.
Die Weide im Garten, so zart und so fein,trägt gelbes Gespinst im Morgenschein.Wie leise Fäden im frischen Licht,tanzt Freude im Wind auf ihrem Gesicht. Sie streckt ihre Zweige dem Tage entgegen,als wollte sie Sonne und Wärme bewegen.Ein Flimmern, ein Leuchten, ein stilles Verstehen,als könnte man Hoffnung im Blühen sehen. So steht sie voll Freude im
Kalt fällt der Regenauf die stillen Gämswurzen,als hätte der Aprilseinen Winter nicht vergessen. Der Wind kommt scharf,zerrt an Stängeln, Blättern und Mut,und in den Hängen steht das Lebenmit gesenktem Kopf und offener Brust. Ein Skrupel geht mit,leise, rau und ungefragt,als würde jede Böe prüfen,was in uns standhält und was verzagt. Doch die Gämswurzen weichen nicht.Sie
Im leichten Wind,ein Flüstern aus Blüten,rötlich wie ein leiser Abend,noch bevor der Tag vergeht. Die Sonne streiftdie zarten Blätter,lässt sie glühen,als hätten sie das Licht getrunken. Jeder Zweig ein Atem,jeder Schatten ein Vers,und zwischen ihnenliegt ein stilles Versprechen. Für einen Moment nursteht die Zeit still,im roten Leuchten der Blüten,die fallen –wie Gedanken,die bleiben.
Im ersten Licht des Morgensöffnet sich die Pfingstrose still.Hellbraune Blätter erzählen vom Gestern,grüne Blätter träumen vom Heute.Zwischen beidenruht ihre zarte Schönheitwie ein leiser Gruß an den Tag.
Die Forsythie steht am Morgenrand,mit gelbem Leuchten übers Land.Wie kleine Sonnen blüht sie still,weil sie den neuen Tag begrüßen will. Ihr Gold strahlt warm im frühen Licht,als ob der Himmel zu ihr spricht.Dazwischen wachsen zart und kleingrüne Blätter ins Leuchten hinein. Sie hält den Tag schon vor sich auf,ganz ruhig nimmt er seinen Lauf.Ein neuer Morgen, weich und klar,und Frühling wird nun langsam wahr.
Die Weide steht im Sonnenschein,so weich, so still, so licht und fein.Gelblich-grün ihr sanftes Kleid,es leuchtet warm in Frühlingszeit. An ihren Zweigen, zart und klar,hängt leises Licht wie feines Haar.So viele Fäden, weich bewegt,vom Wind ganz still hinfortgetragen. Sie flimmert sacht im goldnen Schein,als atme sie den Morgen ein.Ein Baum aus Ruhe, mild und schön,bei dem die stillen Träume gehn. Und jeder Hauch, der sie berührt,hat sanfte Lieder mitgeführt.Die Weide glänzt im jungen Grün —wie Haare, die im Sonnenlicht blühn.
Blau wie ein leiser Morgen, Krokusse stehen im Licht.Schmale Blätter – grüne Fäden, die die Erde aufschneidet, ohne Lärm. Die Sonne legt goldene Hände auf jedes Blau, wärmt die Kelche, bis sie sich mutig öffnen. Ein Hauch von Himmel am Boden,ein kleines Flammenmeer in Blau. Und unter allem: das Drängen, das Wachsen, als würde das
Primeln in Lila, ein Hauch von Blau,wie Morgenlicht auf Tau. Große Blätter, weich und rund,halten still den Frühlingsgrund. Zwischen Winterrest und Windsteht ihr Mut, so leise – und doch bestimmt. Ein kleiner Stern im kalten Grau:Primeln in Lila, mit leichtem Blau.
Schlüsselblumen im Frühling,golden im jungen Gras,die Sonne schreibt leise Kreiseauf jedes Blütenfass. Zwölf Grad – und doch genug,dass Hoffnung Atem findet,dass Winterreste weich werden,weil Licht die Kälte bindet. Ein warmer Strahl auf den Kelch,ein Flimmern auf den Blättern –als würde die Erde lächelnund „Weiter“ zu dir flüstern.