Braun fällt leise
Rotes Blatt am HeuchelhofZahnrand glüht,gelbe Adern halten Licht –Braun fällt leise ein.
Rotes Blatt am HeuchelhofZahnrand glüht,gelbe Adern halten Licht –Braun fällt leise ein.
Ein Blatt der Hasel, gelb und grün,von Sommermüdigkeit durchglühn.Die Sonne sticht durch feine Löcher,wie Nadelspitzen – kleine Köcher. Am Rand gezackt, doch sanft im Sein,ein Gruß vom Herbst im Blätterhain.So groß, so mächtig, doch verletzbar,vom Wind gezeichnet, alt und wahr. Es ruht im Licht, halb Stolz, halb Schwund,erzählt vom Leben – still, gesund.Ein Haselblatt, so
So viele Korbblütler, dicht an dicht, im Herbst erstrahlen sie im Sonnenlicht. Herrlich das Hellblau, so leuchtend und klar, als wäre der Sommer noch immer da. Die Sonne streichelt jedes Blütenblatt, schenkt Wärme, die der Herbst noch für uns hat. So dicht zusammen, in Farben vereint, zeigt sich, wie schön das Leben noch scheint.
Eine orange Rose, kräftig und wild, mit großen Blättern, ein leuchtendes Bild. Noch wartet sie still auf den Platz dieser Welt, wo Erde sie trägt und die Sonne sie hält. Noch ist sie nicht eingesetzt, noch frei, doch in ihr steckt Kraft, als wär Frühling dabei. So wächst auch das Leben, erst leise, dann groß, und manchmal wird Stärke aus Warten erst los.
Im Winterlicht, so still und klar,da wächst die Giradania rar.Ein zarter Hauch, wie Schnee und Wind,ihr Duft – als flüstert’s leis’: „Beginnt.“ Die Blätter silbern, kühl und fein,sie funkeln wie gefrorener Schein.Ein Tropfen Eis im Morgenlicht,so kalt – und doch voll Zuversicht. Aus ihrem Mark entsteht Gebäck,so weich und süß, doch kühl im Eck.Ein Bissen
Im Heuchelhof blühen Blumen, wunderbar und fein,Hortensien, Astern, Blätter – voller Sonnenschein.Sie leuchten in den Farben, die das Herz berühren,als wollten sie den Weg zum Frieden uns verführen. So mögen auch die Menschen strahlen, wenn sie Frieden seh’n,mit einem Lächeln aufeinander zu und nicht vorübergeh’n.Denn manchmal braucht es gar nicht mehr, um Frieden anzufangen:Ein Lächeln
Die Raublatt-Aster – schon wieder da,als hätte ich sie längst einmal gesehen.Was war, kommt zurück, ganz wunderbar,und lässt mich kurz in alten Zeiten stehen. Wie oft im Leben: Man kennt diesen Moment,ein Déjà-vu, vertraut und doch neu.Was längst vergangen schien, ist wieder präsent –und plötzlich ist es wieder da: genau wie einst, ganz treu.
Am Heuchelhof, so gelb und fein,steht Ferkelkraut im Sonnenschein.Die zackigen Blätter, kräftig und klar,erzählen vom Leben, wie es ist und war.Nach außen kantig, manchmal rau,doch innen wächst es Blatt auf Blatt genau. Wie eine Familie, stark nach außen,die auch im Sturm zusammenhält.Doch innen, da tragen viele Blättereinander durch die kleine Welt.Zackig und kräftig, voller Leben
Im goldnen Licht des späten Tags,da strahlen still die Blumen wach,Chrysanthemen — warm und weich,wie kleine Sonnen, zart und reich. Ein Hauch von Herbst liegt in der Luft,ein letzter Sommer in ihrem Duft,und jedes Blatt, so hell und fein,trägt Sonnenglut im Blütenschein. Sie flüstern leis vom Lauf der Zeit,von Wärme, Abschied, Ewigkeit.Und mitten im Novembergrauleuchtet
Eine Tulpe steht im Morgenlicht,rot, gelb und wieder weiß,sie öffnet weit ihr Blütengesicht,als schenkte sie uns Mut und Brot. So leuchtet sie mit stiller Kraft,mit Freude, warm und klar,und wer sie sieht, der spürt ganz sacht:Die Welt ist wunderbar.